Till Lindemann "Großmutter" lírica

Ich lieg' bei dir auf einem Bein,
Im bettgestellten Totenschrein.
Ewig kommst du nicht zur Ruh.
Ich sehe dir beim Sterben zu,
Doch schüttelt mich die Langeweil.
Ich fessel' dich mit Wascheseil
Bis in den Tod soll ich dich lieben.
Muss erst das Fett nach oben schieben,
Dann leg' ich mich auf deine Haut.
Ich bin im Takt das Bett ruft laut,
Bald stopfe ich das Schossgedicht
Mit einer Handvoll Falten dicht.
Steiß und Rucken reiben wund
Und etwas fällt dir aus dem Mund.
Ewig kommst du nicht zur Ruh,
Ich nah dir Mund und Augen zu.
Die Nase, die vom Atmen trocken,
Schließt eine Klammer für die Socken.
Du hast gar nichts zu vererben,
Da sollst du etwas schneller sterben.
Dein Herz schlägt schwach,
Mein Herz schlägt laut.
Das Leben springt dir von der Haut,
So will ich bis zum Leichenstein
Dein lieber braver Enkel sein.